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Wintertourismus im Wandel: Das Tölzer Land setzt auf Vielseitigkeit 

Der Winterurlaub verändert sich. Nicht nur durch den Klimawandel, sondern auch durch verändertes Gästeverhalten. Antonia Asenstorfer, Geschäftsführerin der Brauneck Bergbahn in Lenggries, sieht darin eine große Chance.

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Dank klarer Luft wirkt das Heilklima im Tölzer Land im Winter besonders wohltuend, so beispielsweise beim Winterwandern.
Foto: Peter von Felbert  

Wandel als Konstante: Laut einer Studie des  Bayerische Zentrum für Tourismus zum Zukunftsszenario für 2050 hängt der Erfolg des Wintertourismus künftig nicht mehr nur vom Schnee ab, sondern von der Vielseitigkeit, Authentizität und Nachhaltigkeit einer Region. Diese Entwicklung lässt sich auch im Tölzer Land beobachten. Antonia Asenstorfer, Mitglied im Alpen Plus Skipass- und Bergbahnverbund, verfolgt sie genau. Und erkennt im „neuen Winter“ eine Stärke.  

Ein Winter, der breiter denkt 
Für Asenstorfer liegt der Schlüssel in der Vielseitigkeit: Skifahren ist weiterhin ein sehr wichtiges Standbein, aber eingebettet in ein breites Winterangebot, das auch ohne ideale Schneeverhältnisse funktioniert. Viele Gäste setzen heute mehr auf Abwechslung und gestalten ihren Tagesablauf flexibel. „Sie probieren Neues aus, stellen sich breiter auf.“  

Ein idealer Wintertag könne aus vielem bestehen: am Morgen die ersten Schwünge auf der Piste, mittags einkehren mit Blick auf die Gipfel, später eine Winterwanderung, eine Schneeschuhtour oder ein Besuch in der Therme. „Diese neue Lust am bewussten Erleben spüren wir deutlich und fördern sie mit einem sehr breit gefächerten Angebot auch“, so Asenstorfer.  

Zukunft mit Weitblick 
Doch was passiert, wenn der Schnee ausbleibt? „Ein bisserl was geht immer. Aber bei wenig Schnee zeigen sich auch die Stärken der Region", erklärt Asenstorfer. „Das Tölzer Land hat viel zu bieten von Natur bis Kultur.“ Die Landschaft rund um Lenggries, die Jachenau oder der Blomberg schafft ideale Bedingungen zum Winterwandern; dank klarer Luft wirkt das Heilklima im Winter besonders wohltuend. Je nach Witterung und Ausrüstung sind auch Radtouren durch das Voralpenland reizvoll, etwa im Ellbach-Kirchsee-Moor oder entlang der Isar. Wer Kultur sucht, findet in Orten wie Bad Tölz, Geretsried, Wolfratshausen und Kochel am See Konzerte, Museen und Lesungen. Genau diese Nähe zwischen Natur und Kultur gilt als zentraler Erfolgsfaktor: Erlebnisse zwischen Gipfelglück und Genuss, Ruhe und Erlebnis, ganz unabhängig von Schneehöhen. 

Auch wenn sich die Saisonen verändern könnten, bleibt Skifahren für Asenstorfer ein wichtiger Teil der regionalen Identität: „Vielleicht wird die Sommersaison länger und die Wintersaison kürzer. Aber solange es funktioniert, bleibt Skifahren Teil unserer Kultur – besonders für Familien. Wir haben nicht die höchsten Berge und nicht die meisten Pistenkilometer aber das Gesamtpaket stimmt. Genau damit punktet das Tölzer Land. Es kann beides. Pistenspaß und Sonnenruhe, Skikurs und Kulturmoment.“