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WIBank investiert 2025 rund 114 Mio. Euro in Bildung und Beschäftigung in Hessen

Trotz einer steigenden Arbeitslosenquote in Hessen, die bei über drei Millionen im Februar lag, stellt der Fachkräftemangel die Wirtschaft weiterhin vor große Herausforderungen. Da ein allgemeiner Anstieg der Kräftenachfrage jedoch nicht zu erkennen ist, stabilisiert sich diese insgesamt auf einem niedrigen Niveau. Daher zielen die europäische und hessische Arbeitsmarktpolitik darauf ab, Bildung und Beschäftigung zu fördern, die Integration benachteiligter Menschen in den Arbeitsmarkt zu verbessern und dadurch dem Fehlen von Fachkräften entgegenzuwirken.

Die WIBank bündelt diese Ziele in ihrem Geschäftsfeld "bilden & beschäftigen" und weist hier 2025 ein Neugeschäftsvolumen von 113,7 Mio. Euro aus. Die Höhe der neu bewilligten Mittel liegt 2025 rund 87 Prozent über dem Vorjahresniveau von 60,7 Mio. Euro. Grund hierfür ist, dass 2025 - im Gegensatz zu 2024 - in nahezu allen Förderprogrammen neue Bewilligungsrunden stattfanden. Mit den Geldern, die größtenteils von der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) (https://www.esf-hessen.de/esf-hessen/) und vom Land Hessen bereitgestellt werden, konnte die WIBank 2025 rund 330 Projekte in Hessen unterstützen. Damit leisten sowohl die EU als auch das Land Hessen einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels.

Menschen neue Perspektiven eröffnen
"Hinter jedem ESF+-Projekt stehen Menschen, die neue Wege gehen, Herausforderungen annehmen und ihre berufliche Zukunft gestalten wollen. Dass wir im Auftrag der EU und des Landes Hessen 2025 rund 330 dieser Projekte unterstützen konnten, zeigt eindrucksvoll, wie unmittelbar europäische Politik bei den Menschen in Hessen ankommt und macht deutlich, wie soziale Teilhabe und Chancengerechtigkeit in Hessen erfolgreich umgesetzt werden. Das Ziel, Menschen neue Perspektiven zu eröffnen und ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern, unterstützen wir als WIBank seit mehr als drei Jahrzehnten mit größter Überzeugung", sagt Dr. Michael Reckhard, Mitglied der WIBank-Geschäftsleitung. 

Im Rahmen der aktuell elf bestehenden ESF+-Programme in Hessen wurden die meisten Projekte 2025 in den Programmen Berufsqualifizierende Sprachförderung Plus (88), Praxis und Schule (50), Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen (48) und Impulse der Arbeitsmarktpolitik (46) gefördert. Diese beispielhaften Angebote sollen unter anderem die Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen von Menschen mit Migrationsgeschichte verbessern, berufliche Qualifizierungsangebote für Erwerbslose entwickeln und Jugendliche in herausfordernden Umständen beim Erwerb des Hauptschulabschlusses unterstützen und ihnen den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern. 

Partnerschaftliches Förderinstrument mit eigenen Schwerpunkten
Die Umsetzung des ESF+ erfolgt dezentral in den Mitgliedstaaten und Regionen. Es ist ein partnerschaftlich zwischen EU-Kommission und Mitgliedstaat ausgestaltetes Förderinstrument mit klaren politischen Zielen und mehrjähriger Budgetsicherheit. Die Bundesländer und der Bund setzen jeweils eigene Schwerpunkte in ihrer ESF+-Förderung. In Hessen liegt der Fokus auf dem gleichberechtigten Zugang zu allgemeiner und beruflicher Bildung sowie auf aktive Inklusion und Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit. Für die ESF+-Umsetzung in Hessen stehen in der Förderperiode 2021-2027 169 Mio. Euro aus dem EU-Haushalt zur Verfügung. Diese Mittel werden kofinanziert durch 254 Mio. Euro aus nationalen Quellen, wodurch sich ein Gesamtbetrag von rund 423 Mio. Euro ergibt.

Für den ESF+ Hessen ist federführend die Verwaltungsbehörde im Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales (HMSI) zuständig, wobei das HMSI, das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum ihre eigenen Programme verantworten.

Die WIBank bzw. ihre Rechtsvorgänger übernehmen bereits seit 1993 im Auftrag des Landes die Begleitung und Umsetzung ESF-finanzierter Maßnahmen in Hessen.

Neben dem ESF+ gibt es in Hessen auch Förderungen durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) (https://wirtschaft.hessen.de/Wirtschaft/EFRE-Europaeischer-Strukturfonds) und durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) (https://umwelt.hessen.de/Laendliche-Raeume/ELER-Foerderung) .