Archiv-Kultur

Von Frankfurt über Palästina in die USA: Der Dirigent Hans Wilhelm Steinberg

Vortrag von Dr. Ulrike Kienzle am 25. März

Als der junge Dirigent Hans Wilhelm Steinberg 1929 an die Frankfurter Oper berufen wurde, stand das Musikleben der Stadt am Main auf seinem Höhepunkt. Mit den Uraufführungen von Schönbergs Oper „Von heute auf morgen“ und Georges Antheils „Transatlantic“ schrieb Steinberg Musikgeschichte.

Als 1933 die Nazis an die Macht kamen, wurde Steinberg, wie viele andere, seiner jüdischen Herkunft und seines jüdischen Glaubens wegen fristlos entlassen. Anstatt ins Exil zu gehen, gründete er in Frankfurt zunächst den „Kulturbund deutscher Juden Rhein-Main“ und entfaltete hier ein reges kulturelles Leben abseits des „gleichgeschalteten“ Musikbetriebs. 1936 rief er gemeinsam mit dem polnischen Geiger Bronisław Huberman das „Palestine Symphony Orchestra“ (heute: „Israel Philharmonic Orchestra“) ins Leben und verhalf zahlreichen jüdischen Musikerinnen und Musikern zur Rettung vor dem Holocaust. Später wurde er unter dem Namen William Steinberg zu einem der bedeutendsten US-amerikanischen Dirigenten.

Der Vortrag schildert anhand von Quellentexten, Bildern und Tonaufnahmen exemplarisch das Dilemma jüdischer Musiker zur Zeit des Nationalsozialismus, die selten gewürdigte Arbeit des „Kulturbundes“ und die schwierige, von Rückschlägen und Erfolgen geprägte Karriere eines „Wahlfrankfurters“ in einem fremden Land.

Termin: Mittwoch, 25. März, Beginn: 18.00 Uhr, Einlass: 17.30 Uhr
Veranstaltungsort: Archäologisches Museum, Karmelitergasse 1, Frankfurt 

Vorträge sind für Mitglieder kostenlos (bitte Mitgliedsausweis nicht vergessen).
Nichtmitglieder zahlen € 6,00 / ermäßigt € 3,00 (Schüler/Studenten/Frankfurt- und Kulturpass).