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Vom Kaffee zum Kräutertee: Warum Frankfurter zunehmend auf funktionale Tees setzen

Frankfurt ist eine Stadt im Dauerbetrieb. Frühschicht, Spätsitzung, Pendelstress. Wer hier lebt und arbeitet, kennt das Gefühl, den Körper täglich neu auf Hochtouren bringen zu müssen, und abends trotzdem nicht abschalten zu können.

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Symbolfoto
Foto: Unsplash / Sebastian Sammer

Kein Wunder, dass der Griff zur Kaffeemaschine zur festen Routine gehört. Doch ein Gegentrend ist spürbar: Funktionale Kräutertees, also Tees mit konkreten pflanzlichen Wirkstoffen, gewinnen als bewusste Alternative Boden. Nicht als Ersatz für den Morgenkaffee, sondern als gezieltes Mittel zu bestimmten Tageszeiten.

Was funktionale Tees von gewöhnlichem Kräutertee unterscheidet

Der Begriff „funktional" klingt nach Marketingsprache, beschreibt aber einen sachlichen Unterschied. Während klassische Kräutertees wie Kamille oder Pfefferminz vor allem geschmacklich oder leicht verdauungsfördernd wirken, enthalten funktionale Tees Inhaltsstoffe mit messbarer physiologischer Wirkung. Adaptogene wie Ashwagandha oder Rhodiola rosea, die das Stresssystem des Körpers beeinflussen, gehören dazu. Ebenso Hanftee auf Basis von Nutzhanf, der Cannabidiol, kurz CBD, sowie weitere Phytocannabinoide, Terpene und Flavonoide enthält.

Hochwertiger Hanftee wird aus den Blüten und Blättern von Nutzhanfpflanzen hergestellt, die nach EU-Norm einen THC-Gehalt von maximal 0,2 Prozent aufweisen dürfen. Dieser Grenzwert stellt sicher, dass keinerlei psychoaktive Wirkung entsteht. CBD dagegen ist nicht psychoaktiv und zeigt nach aktuellem Forschungsstand kein Missbrauchs- oder Abhängigkeitspotenzial. Das Endocannabinoidsystem des menschlichen Körpers besitzt CB1- und CB2-Rezeptoren, auf die CBD einwirken kann, was unter anderem Schlaf, Verdauung, Stoffwechsel und Immunsystem beeinflusst.

Was die Forschung bisher zeigt

Die Studienlage zu CBD ist in Bewegung. Gut belegt ist die antiepileptische Wirkung: Ein CBD-haltiges Arzneimittel ist in Deutschland für bestimmte Epilepsieformen bei Kindern ab zwei Jahren zugelassen. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf entzündungshemmende, angstlindernde und schlafunterstützende Eigenschaften, die aber noch nicht in großen klinischen Studien am Menschen vollständig bestätigt wurden.

Eine Studie aus dem Jahr 2019 zeigte, dass CBD Angstzustände mildern kann. Israelische Forscher stellten zudem fest, dass die Kombination verschiedener natürlicher Inhaltsstoffe der Hanfpflanze, darunter Terpene und mehrere Cannabinoide, effektiver wirkt als isoliertes CBD allein. Dieser sogenannte Entourage-Effekt spricht für die Verwendung von Ganzpflanzenprodukten wie Hanftee gegenüber synthetisch aufbereitetem CBD.

Bei der Zubereitung gilt: CBD ist fettlöslich, nicht wasserlöslich. Wer die Inhaltsstoffe besser aufnehmen will, gibt einen Schuss Vollmilch oder einen Teelöffel Kokosöl in den Aufguss. Die empfohlene Ziehzeit liegt je nach Produkt zwischen fünf und dreizehn Minuten bei Wassertemperaturen um 80 bis 90 Grad Celsius.

Worauf beim Kauf zu achten ist

Die Qualitätsunterschiede auf dem Markt sind erheblich. Eine Untersuchung von 67 deutschen CBD-Produkten ergab, dass die meisten Produkte Verunreinigungen aufwiesen und teilweise THC-Rückstände enthielten, die über dem gesetzlichen Grenzwert lagen. Wer Hanftee kauft, sollte auf Bioqualität achten, da diese den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide ausschließt, die im Endprodukt verbleiben können. Anbieter, die regelmäßige Produktkontrollen durch unabhängige Labore durchführen und deren Ergebnisse offenlegen, bieten eine verlässlichere Grundlage als Produkte ohne Herkunftsnachweis.

Hanftee ist kein Medikament und ersetzt keine ärztliche Behandlung. Als Nahrungsergänzungsmittel kann er jedoch ein sinnvoller Baustein in einer bewussten Abendroutine sein, besonders für Menschen, die auf chemische Schlaf- oder Beruhigungsmittel verzichten wollen. Wer regelmäßig Medikamente nimmt oder an einer Erkrankung leidet, sollte vor dem regelmäßigen Konsum Rücksprache mit einem Arzt halten, da CBD Wechselwirkungen mit bestimmten Wirkstoffen zeigen kann.

Frankfurt bleibt eine Stadt im Takt. Aber der Takt muss nicht immer Espresso sein.