Polizei Hessen stellt Zukunftsprojekt P25 vor
Die hessische Polizei stellt sich organisatorisch und strategisch neu auf. Mit dem Projekt „P25“ reagiert sie auf eine Kriminalität, die zunehmend digital, international vernetzt und technologisch anspruchsvoll agiert. Vorgestellt wurde das Reformvorhaben im Innovation-Hub – mit einem klaren Signal: Hessen will seine Sicherheitsarchitektur modernisieren, ohne die Präsenz der Polizei vor Ort zu schwächen.
Foto: Frank Zinn / HMdI
Innenminister Roman Poseck betonte bei der Vorstellung, dass sich die Sicherheitslage in den vergangenen Jahren grundlegend verändert habe. Kriminelle Netzwerke agierten heute global und nutzten digitale Möglichkeiten konsequent aus. Die Polizei müsse Schritt halten, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. P25 sei die „klare und konsequente Antwort“ auf diese Entwicklung. Ziel sei eine moderne, effiziente und zukunftsfeste Kriminalitätsbekämpfung, bei der Ermittlungen schneller und qualitativ hochwertiger geführt und Ressourcen gezielter eingesetzt werden.
Bündelung von Kompetenzen, keine Einschnitte vor Ort
Kern des Projekts ist eine umfassende Neuordnung von Strukturen und Prozessen. Zuständigkeiten werden vereinheitlicht, Schnittstellen reduziert und Kompetenzen gebündelt. Gleichzeitig stellte Poseck klar, dass P25 weder Stellenabbau noch Standortschließungen mit sich bringe. Im Gegenteil: Die regionale Präsenz der Polizei solle weiter gestärkt werden. Die unmittelbare Ansprechbarkeit für Bürgerinnen und Bürger bleibe unverändert erhalten.
Eine zentrale Rolle übernimmt dabei das Hessische Landeskriminalamt. Es wird als Fachbehörde gestärkt und enger mit den Polizeipräsidien sowie den regionalen Kriminalinspektionen verzahnt. So soll ein leistungsfähiges Netzwerk entstehen, das Informationen und Expertise vom internationalen Datenaustausch bis zur Streife vor Ort zusammenführt.
Effizienz durch neue Strukturen und Clearingstellen
Landespolizeipräsident Felix Paschek hob hervor, dass moderne Polizeiarbeit mehr denn je flexible Strukturen und effiziente Prozesse benötige. P25 setze genau hier an. Neue Schwerpunkte, etwa bei der Vermögensabschöpfung oder der Stärkung der Schutzleute vor Ort, sollen gezielt Ressourcen freisetzen. Ein zentrales Element sind sogenannte Clearingstellen. Dort sollen künftig Straftaten mit geringem Schaden und niedrigen Aufklärungschancen effizient bearbeitet werden, ohne die Ermittlerinnen und Ermittler in langwieriger Sachbearbeitung zu binden.
Gleichzeitig bleibt die Polizei sichtbar und erreichbar: Mit gestärkten regionalen Kriminalinspektionen, hessenweit rund um die Uhr verfügbaren Kriminaldauerdiensten und einem Ausbau der Schutzleute-Präsenz vor Ort soll der direkte Kontakt zur Bevölkerung weiter intensiviert werden. Paschek machte deutlich, dass die Veränderungen gemeinsam mit den Beschäftigten gestaltet werden und letztlich der langfristigen Sicherung der polizeilichen Leistungsfähigkeit dienen.
Frankfurt als Innovationsstandort der Sicherheitsarchitektur
Besonderes Gewicht kommt Frankfurt am Main zu. LKA-Präsident Daniel Muth stellte dortige Neuerungen vor, die den Kern moderner Ermittlungsarbeit bilden. Datenanalyse wird als Schlüssel erfolgreicher Kriminalitätsbekämpfung verstanden. Kompetenzen in diesem Bereich werden künftig gebündelt, unter anderem in spezialisierten Organisationseinheiten und neuen Kriminalinspektionen für „Cyber“ und „Intelligence“. Ziel ist es, komplexe Täterstrukturen schneller zu erkennen und Ermittlungen effizient zu steuern. [innen.hessen.de]
Ein zentrales Element ist das Operative Abwehrzentrum für Schwere und Organisierte Kriminalität – der sogenannte OperationsHub. Als integraler Bestandteil des Innovationsstandortes Frankfurt im InnovationHub 110 soll er Ermittlungen vernetzen, Informationen zusammenführen und operative Maßnahmen steuern. Frankfurt wird damit zu einem zentralen Knotenpunkt der hessischen Sicherheitsstrategie.
Mehr Sicherheit durch strategischen Umbau
Abschließend unterstrich Innenminister Poseck den Anspruch des Landes: Hessen sei ein sicheres Land und solle es auch künftig bleiben. P25 sei ein entscheidender Schritt hin zu mehr Sicherheit. Ermittlungen würden beschleunigt, Qualität gesteigert und Ressourcen effizienter genutzt – ohne die Nähe der Polizei zu den Menschen zu verlieren. Damit setzt Hessen auf einen strategischen Umbau, der Innovation und Präsenz miteinander verbindet.
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