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Orgelmatinée im Frankfurter Dom

Gregorianische Melodien und deutsche Kirchengesänge für die Zeit nach Weihnachten bestimmen die Auswahl der Kompositionen in der Orgelmatinée am Samstag, 24. Januar, 12.30 Uhr, im Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus. Dommusikdirektor Andreas Boltz spielt Werke von Maurice Duruflé, Louis Couperin, Théodore Dubois, Johann Sebastian Bach und Charles Tournemire.

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Dommusikdirektor Andreas Boltz
Foto: Anne Zegelmann, Bistum Limburg

Dabei beziehen sich die Beiträge von Duruflé, Dubois und Tournemire auf das Fest der Erscheinung des Herrn, auch Epiphanias oder Dreikönig genannt. Duruflé und Tournemire bearbeiten Gregorianische Melodien dieses Kirchenfestes während Dubois auf sehr anschauliche Weise den Marsch der drei Weisen aus dem Morgenland zur Krippe hin in Musik setzt. Dagegen sind die Choralbearbeitungen von Johann Sebastian Bach, „Herr, Gott, nun schleuß den Himmel auf“ und „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“ für das Fest der Darstellung des Herrn im Tempel, auch „Maria Lichtmess“ genannt, bestimmt. 

Im Zentrum des Programmes stehen vier Strophen über „A solis ortus cardine“, einem frühmittelalterlichen Gedicht, aus welchem zwei lateinische Hymnen hervorgegangen sind, die biblische Szenen im Umfeld des Weihnachtsfestes betrachten, aus der Feder des französischen Barockkomponisten Louis Couperin. 

Seit Juni 2011 wirkt Andreas Boltz als Dommusikdirektor am Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus. Er ist künstlerischer Leiter der „Frankfurter Domkonzerte“ und konzertiert in dieser Reihe mehrmals jährlich als Organist mit vorwiegend thematisch orientierten Konzertprogrammen sowie als Dirigent oratorischer Aufführungen. 

2025 spielte Andreas Boltz Orgelkonzerte unter anderem in der Pariser Basilika Sainte Clotilde sowie in den Domen von Erfurt und München. Zum 500. Jubiläumskonzert in der Reihe der „Frankfurter Domkonzerte“ dirigierte er im Mai zwei Aufführungen von Ludwig van Beethovens monumentaler „Missa solemnis“ mit dem Vocalensemble und dem Neumeyer Consort auf historischen Instrumenten. Mit seinem großen Repertoire an Orgelmusik vieler Epochen spielt er jeden Monat auch eine Orgelmatinee im Frankfurter Dom und gastiert häufig als Organist und Chorleiter im In- und Ausland. Im Sommer 2013 erschien seine erste CD an der Frankfurter Domorgel „Mainmixtures – Komponisten in Frankfurt“, die Nachfolge-Produktion „Main-Stream“ im Herbst 2017 beim Label www.organophon.de

Seine breit gefächerte Ausbildung erhielt er an der Musikhochschule Würzburg. Dort erwarb er die Diplom-A-Prüfung in Katholischer Kirchenmusik, die Staatliche Musiklehrerprüfung und das Meisterklassendiplom für künstlerisches Orgelspiel in der Meisterklasse von Prof. Günther Kaunzinger. Weitere Studien betrieb Andreas Boltz bei Daniel Roth, Francoise Renet, Guy Bovet und Jon Laukvik (Orgel), Eric Ericson und Fritz ter Wey (Chorleitung), Gert-Peter Münden (Kinderchorleitung), Godehard Joppich (Gregorianik), Glen Wilson (Cembalo) und Zsolt Gárdonyi (Komposition). Von 1989 bis 1993 war er Assistent des Domkapellmeisters am Kiliansdom in Würzburg. Zwischen Herbst 1993 und Mai 2011 wirkte er als Regionalkantor des Bistums Mainz in Darmstadt und Dozent für Chorleitung und Orgel am Institut für Kirchenmusik in Mainz.

Seine kompositorische Tätigkeit wurde 1992 beim Internationalen Kompositionswettbewerb in Triest (Italien) mit dem „Premio Speciale” gewürdigt. Neben einer Vielzahl von Werken für die kirchenmusikalische Praxis, darunter Beiträge für die Veröffentlichungen im Umfeld des „Neuen Gotteslobs“, entstanden in den Jahren 2006 und 2010 zwei Musiktheaterproduktionen für das Kulturprogramm im Rahmen der Frankfurter Buchmesse. Im Dezember 2019 wurde sein Adventliches Oratorium „lukas1“ in der KunstKulturKirche Allerheiligen in Frankfurt uraufgeführt. Seine Kompositionen sind in vielen Verlagen veröffentlicht worden. 

Seit 2011 findet einmal im Monat eine halbstündige Orgelmatinée im Frankfurter Dom statt, die in der Regel von Dommusikdirektor Andreas Boltz und renommierten Gastorganisten/-musikern gestaltet wird. Die Domorgel mit ihren 116 Registern und ca. 9.000 Pfeifen ist die größte Orgelanlage in Hessen und die siebtgrößte Orgel in Deutschland. Der Eintritt beträgt 5 Euro. Karten gibt es ausschließlich ab 12.00 Uhr an der Tageskasse. 

www.domkonzerte.de