Mitten unter uns – Wildtiere als Teil städtischer Ökosysteme
Vortrag im SenckenbergMuseum am 1. April
Städte bieten nicht nur Menschen, sondern auch einer erstaunlichen Vielfalt von Wildtieren Lebensraum. Nicht immer ist das Zusammenleben problemlos, nicht alle Tiere sind gleichermaßen willkommen. Im nächsten Vortrag der Senckenberg-Reihe „Stadtnatur kann’s! Gemeinsam lebenswerte und zukunftsfähige Städte gestalten“ erläutert Silke Voigt-Heucke, die am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung die Initiative „Wildtiernah Berlin“ koordiniert, wie urbanes Wildtiermanagement funktionieren kann.
Foto: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Dabei zeigt sie auf, wie sich tragfähige forschungsbasierte Lösungsansätze entwickeln lassen und Konflikte mit Wildtieren in gelebte Ko-Existenz überführt werden können.
Füchse, Igel, Fledermäuse und Vögel arrangieren sich jeweils auf ihre Weise mit baulichen Strukturen, Verkehrsnetzen und Grünflächen – und sind in Städten oft häufiger anzutreffen als in den umliegenden Agrarlandschaften. Damit gehen jedoch neue Herausforderungen für Tiere wie Menschen einher, etwa durch Lebensraumzerschneidung, Lichtverschmutzung oder den Umgang mit Wildtieren im unmittelbaren Wohnumfeld. Der Vortrag stellt aktuelle Forschungsergebnisse zur urbanen Wildtierökologie vor und veranschaulicht, wie Städte aus der Perspektive der Tiere funktionieren. Beispiele aus Berlin und weiteren Metropolregionen zeigen, wann urbane Lebensräume für Wildtiere besonders attraktiv sind und wann sie problematisch werden. Außerdem wird erörtert, wie Kommunen und Zivilgesellschaft zur Verbesserung des Zusammenlebens von Mensch und Tier beitragen können – etwa durch neue Monitoring-Ansätze, wildtierfreundliche Planungen oder partizipative Netzwerke.
Die Verhaltensbiologin Silke Voigt-Heucke hat lange den Citizen-Science-Bereich des Museums für Naturkunde in Berlin geleitet und koordiniert heute die neue Initiative „Wildtiernah Berlin“ am IZW, die seit 2025 den Wildtierschutz und die Bürgerberatung in der Hauptstadt vernetzt und stärkt.
Vortrag: „Mitten unter uns – Wildtiere als Teil städtischer Ökosysteme“
Referentin: Silke Voigt-Heucke (Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Wildtiernetzwerk Berlin) am Mittwoch, 1. April, 19:30 Uhr
m Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, Arthur von Weinberg-Haus, Grüner Hörsaal, Robert-Mayer-Str. 2, 60325 Frankfurt.
Die Vortragsreihe „Stadtnatur kann’s!“ lädt dazu ein, urbane Natur neu zu denken und zeigt, wie vielfältig, überraschend und innovativ sie heute gestaltet wird. Vom winzigen Grün in Asphaltrissen zwischen Hochhäusern über Tiny Forests, essbare Städte und insektenfreundliche Grünflächen bis hin zu Schwammstadt-Konzepten und Bauen mit Bäumen – Experten aus Forschung und Praxis geben Einblicke in Strategien, neue Herangehensweisen und mutige Zukunftsbilder. Themen wie Gebäudegrün, soziale Gerechtigkeit, Gesundheit, Wildtiere in der Stadt und biodiversitätsfördernde Gestaltung erweitern den Blick auf urbane Lebensräume. Die Reihe zeigt: Stadtnatur ist mehr als nur Grün – sie ist Klimaanpassung, Oase für eine Vielfalt an Lebewesen, Gestaltungsspielraum, gesellschaftlicher Lernort und ein entscheidender Faktor für unsere Lebensqualität, jetzt und in Zukunft.
Die Reihe findet in Kooperation mit der Frankfurt University of Applied Sciences statt, im Rahmen des gemeinsamen World Design Capital-Projektes „HumanNature“. Ein weiterer Kooperationspartner der Reihe ist das Umweltforum Rhein-Main, Medienpartner der Vortragsreihe sind hrINFO und die Frankfurter Rundschau.
Alle Informationen zu den Vorträgen, Referenten und Themen sowie zur Online-Teilnahmemöglichkeit via Zoom finden sich hier: www.senckenberg.de/reihe-stadtnatur
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt
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