Kultur

Historisches Museum beschäftigt sich mit dem Thema „Geld“

Museumsdirektorin Dr. Doreen Mölders gab einen Rückblick auf 2025 mit einem Besucherminus bekannt und stellte ein interessantes Programm 2026 vor.

„Ich bin nach wie vor begeistert von dem Haus und dem engagierten und kreativen Team, das ich jetzt ein Jahr begleiten darf“, äußerte zu Beginn der Jahrespressekonferenz die Direktorin des Historischen Museum Frankfurt (HMF), Dr. Doreen Mölders. Dabei sprudelte es aus ihr heraus, „dass das Interesse an den Ideen weiterhin groß sei“. Zunächst gab die promovierte Archäologin einen Rückblick auf das vergangene, ihr erstes Frankfurter Jahr. Im Rückblick gesehen war die Besucherentwicklung im HMF zufriedenstellend mit 132.237 Besuchern (2024: 171.641), was daran lag, dass es keine große Ausstellung wie im Vorjahr gab trotz eines reichen Angebots im Haus. Die seit 2025 gut besuchten Ausstellungen „Bewegung! Frankfurt und die Mobilität“ und das Stadtlabor „Alle Tage Wohnungsfrage. Vom Privatisieren, Sanieren und Protestieren“ gaben am 1. Februar ihr großes Finale.

Offenheit und Öffnung des Hauses ein großes Anliegen
Ihren Ausblick auf das Museumsprogramm 2026 begann Mölders mit dem Thema „Die Welt im Geld. Globale Ereignisse im Spiegel Frankfurter Finanzobjekte“. Die Sonderausstellung eröffnet am 29. April auf Ebene 0 des Hauses. Erstmals richtet das HMF den Blick auf die Globalgeschichte: Jeweils ein finanzgeschichtliches Objekt aus der reichen numismatischen Sammlung des HMF wird zum Ausgangspunkt für weltumspannende Ereignisse, stets mit Frankfurt-Bezug (leitende Kuratorin: Christina Bach).

Dr. Mölders ist die Offenheit und Öffnung des Hauses zur Ermöglichung von Teilhabe ein großes Anliegen. So wird eine Workshopreihe zum Thema „Commoning the Museum“, die sich mit der Umsetzung in die Praxis befasst, bis Mai 2026 durchgeführt. Das Projekt wird finanziert von der Kulturstiftung des Bundes im Programm „Übermorgen“.

In Höchst entsteht ein Kulturpalast
Die Renovierungsarbeiten am Bolongaropalast in Höchst haben sich als aufwändiger als angenommen erweisen und werden sich noch bis in das kommende Jahr hinziehen. Doch im Vorfeld der Eröffnung soll es bereits aufschlussreiche Einblicke in die Planung geben: In einem Stadtlabor, dem partizipativen Format des HMF, wird der Entstehungsprozess dieses neuen Museums im Westen Frankfurts öffentlich gemacht. Konzipiert als „Kulturpalast“, stellt es sich den Anforderungen der Stadtgesellschaft im 21. Jahrhundert. So geht das HMF mit seinem über Jahre erprobten Partizipationsprinzip an die Öffentlichkeit und zeigt, wie sich museums-didaktische Ansätze in die Planung und Gestaltung eines Museums übersetzen lassen. Das Stadtlabor „Höchst erzählt! Über das Museum im Bolongaropalast“ eröffnet am 9. Juni 2026.

Wie es in Zukunft gelingen kann, den rekonstruierten, spätbarocken Prachtbau zu einem Kulturpalast für viele weiterzuentwickeln, soll u. a. bei einem internationalen „Symposium“ am 17. - 18. September diskutiert werden: „Open Bolongaro – Wie entsteht ein Kulturpalast“. Das Symposium ist Teil des Programms von World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026.

Ausstellung zur Medienkompetenz im Jungen Museum
Auch das Junge Museum Frankfurt greift 2026 ein gesellschaftlich virulentes Thema auf: Medienkompetenz gerade für junge Menschen, die dem digitalen Überangebot oft hilflos ausgesetzt sind. „Damals 1410. Eine digital-analoge Ausstellung zur Medienkompetenz“ (28.3. 26 ‒ 21.2.27) bietet eine interaktive, multimediale Zeitreise für Kinder ab acht Jahren: Während sie das in dieser Altersgruppe beliebte Thema Mittelalter erkunden, trainieren sie den kritischen, selbstbestimmten Umgang mit AGBs, Fake News, Selbstdarstellung, Programmierung u. a. m.

Führungen im Rententurm und Belvederchen
Weitere Daten im Verlauf des Jahres 2026 sind der 2. Juli, an dem die „House Night mit „HMF-Frequenz Vol.“ 2, mit Live Acts, DJ und DJanes, in die zweite Ausgabe geht. Auch das erfolgreiche Format des Frankfurter „Rooftop Day“ geht in die zweite Runde, und das HMF bietet am 6. Juni Führungen im Rententurm sowie im Belvederchen des Hauses Zur Goldenen Waage an. Aufgrund der guten Erfahrungen im vergangenen Sommer soll das Belvederchen auch im Sommer 2026 wieder an zwei Wochentagen bei freiem Eintritt geöffnet werden; die genauen Daten folgen zeitnah.

Auch der kleine Lichthof zwischen den Gebäudeteilen des HMF wird wieder bespielt: „Kunst im Lichthof“ zeigt ab 16. April Heide Weidele mit ihrer Arbeit „Raumstation“.

In den Schulferien wird das Junge Museum, wie stets, dienstags und donnerstags seine historischen Spielräume und Werkstätten für Schulkinder öffnen.

Außerdem bekommt das HMF ein Update im Corporate Design. Beschilderung und Wegeführung in den Räumen des Saalhofs werden 2026 erneuert. Damit sollen sich die Besucher besser in dem komplexen Architektur-Ensemble orientieren können.

Sehnsüchtig nach Frankfurt geschaut und jetzt selbst Macherin
HMF-Museumsdirektorin Dr. Mareen Mölders fühlt sich nach einem Jahr Arbeit am Historischen Museum wohl, sie ist angekommen, wie das Programm für das Jahr 2026 zeigt. In ihrer Zeit am Chemnitzer Museum sowie am Museum Herne, so äußerte sie, habe sie immer gerne nach Frankfurt herübergeschaut und besonders die partizipativen Angebote des HMF verfolgt – nun ist sie die Macherin. „Ich bin nach wie vor begeistert von dem Haus und dem engagierten und kreativen Team, das ich jetzt ein weiteres Jahr begleiten darf“, so Mölders.