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Die Smiths und Martins – Ein Abend im Frankfurt LAB

Die Smiths und die Martins: Zwei Ehepaare, die sich in banalen Gesprächen verlieren, ihre Identität in der Routine des Alltags aufgeben und in der Leere gesellschaftlicher Konventionen versinken. So beginnt das Stück „Die kahle Sängerin“, das im Frankfurt LAB aufgeführt wurde. 

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Entrée FraLab
Foto: Poppe, frankfurtlive

Die Inszenierung zeigte eindrucksvoll, wie Sprache zur Tragödie wird und wie die Figuren in der Sinnlosigkeit ihrer Kommunikation gefangen sind. Niemand weiß wirklich, woran er oder sie beim anderen ist, alle buhlen um Aufmerksamkeit und erhoffen sich Anerkennung in einer Gesellschaft, die in Banalitäten versinkt1.

Kreativ-Hotspot zwischen Schmidtstraße und Mainzer Landstraße

Die Gegend um die Schmidtstraße zur Mainzer Landstraße ist ein wahrer Kreativ-Hotspot. Hier finden sich nicht nur die ehemaligen Produktionsstätten einer Virtual Reality-Games-Produktionsfirma, die vorherigen Büros von Antenne Frankfurt und die Eventlocation „Das Bett“, sondern auch das Frankfurt LAB – ein Ort, an dem Kunst und Innovation aufeinandertreffen. Die Atmosphäre ist geprägt von kreativer Energie und Offenheit für neue Ideen.

Junge Talente begeistern auf ganzer Linie

Die Aufführung war ein echtes Highlight: Die jungen Schauspieler – darunter Can Braastad-Tiffon (erste Theatererfahrungen im Kinderchor, Engagements in Stuttgart, seit 2024 Schauspielstudium an der HfMDK), Dascha Dumont (geb. 2006, München, Zirkusartistin, Stipendiatin, vielfältige Bühnenerfahrung), Lara Durtschi (geb. 2004, Zürich, LAB junges Theater, feministische Theaterkollektive), Philine Heyer (geb. 2003, Köln, Theatergruppen, Studium Theaterwissenschaft in Mainz) und Sharjil Khawaja (geb. 2005, Bonn, erste Erfahrungen in Theaterprojekten, Werbung und Kurzfilmen) – überzeugten mit Talent, Engagement und einer bemerkenswerten Bühnenpräsenz. Ihre Spielfreude und ihr Mut, sich auf das absurde Theater einzulassen, machten den Abend zu einem besonderen Erlebnis. Der Gesamteindruck war durchweg positiv – macht weiter so!

Praktische Hinweise für Besucher

Ein Extra: Der Eintritt zu den Veranstaltungen im Frankfurt LAB ist kostenlos. Allerdings empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung und pünktliches Erscheinen, da die Plätze begrenzt sind. Weitere Informationen und Details zu kommenden Events gibt es auf der Website der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK).

Ausblick: Kommende Veranstaltungen im Frankfurt LAB

Das Frankfurt LAB bietet regelmäßig spannende Veranstaltungen. In den nächsten Wochen stehen unter anderem auf dem Programm:

  • „Electrifying Sadness“ von Mikosch Loutsenko und partners-in-crime (25. und 26. Januar)
  • „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart, Sinfonieorchester und Projektchor der HfMDK (1. und 2. Februar)
  • „Stolz und Strass in (4/4)“ von Anne-Kathrin Hartmann (12. und 13. Februar)
  • „Sonic Synergies“ mit Ensemble Modern & IEMA-Ensemble im Rahmen der Biennale für aktuelle Musik Frankfurt Rhein Main (15. Februar)

Das vollständige Programm und weitere Termine finden sich auf der Website des Frankfurt LAB und der HfMDK3.

Was macht die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst?

Die HfMDK ist Hessens einzige Hochschule für Musik, Theater und Tanz. Sie bietet eine breite Palette an künstlerischen und pädagogischen Studiengängen, fördert den künstlerischen Nachwuchs und organisiert jährlich rund 350 öffentliche Veranstaltungen – von Konzerten über Theater- und Tanzaufführungen bis zu interdisziplinären Projekten. Die Hochschule kooperiert eng mit Kulturinstitutionen der Region und setzt sich für Teilhabe und kulturelle Vielfalt ein.

Wie finanziert sich das Frankfurt LAB?

Das Frankfurt LAB ist ein gemeinnütziger Verein und wird institutionell vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert. Weitere Mittel kommen von einer Stiftungsallianz (u. a. ODDO BHF Stiftung, Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Crespo Foundation, Adolf und Luisa Haeuser Stiftung) sowie von den Partnerinstitutionen, zu denen auch die HfMDK gehört. Das LAB versteht sich als Labor für künstlerische Forschung und Nachwuchsförderung und bietet optimale Bedingungen für Produktionen und Präsentationen zeitgenössischer darstellender Kunst und Musik.

Schaut man sich im Foyer des Frankfurt LAB um und studiert die ausliegenden Programmhinweise, stellt sich rasch die Frage, welche deutsche Stadt wohl am meisten ‚Kultur‘ bietet. Wir haben da einen leisen Verdacht "… In the Middle of …“

"Ich finde, dass die Welt als Ganzes absurd ist..." 

Eugène Ionesco (1909–1994) war ein französisch-rumänischer Dramatiker und einer der bedeutendsten Vertreter des absurden Theaters. Seine Stücke, darunter das berühmte „Die kahle Sängerin“ (La Cantatrice chauve), zeichnen sich durch absurde Dialoge, die Auflösung logischer Strukturen und die Kritik an gesellschaftlichen Konventionen aus. Ionesco wollte zeigen, wie sinnentleert und mechanisch menschliche Kommunikation oft ist. Seine Werke werden weltweit gespielt und haben das moderne Theater nachhaltig geprägt.