Kultur

Claudia Müller-Proskar zum Frankfurter Impressionisten Jakob Nussbaum

Wenn der Blick auf die Stadt zur Landschaft wird

Anlässlich des Todes des Malers vor 90 Jahren wird die Kunsthistorikerin Dr. Claudia Müller-Proskar, Autorin des Werkverzeichnisses und der Monografie, über Nussbaums Lebenswerk und dessen Bedeutung für Frankfurt am Mittwoch, dem 22. April 2026, um 19 Uhr, in der historischen Villa Metzler Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt am Main, sprechen.

Von Nussbaums künstlerischem Blick auf Frankfurt geht ein Zauber aus. In seinen Stadtlandschaften erscheint die rasch wachsende Metropole voll farbiger Lebendigkeit, auf die Leinwand getupfte Straßen und Plätze laden zum Verweilen ein. Nicht ohne Grund wird Jakob Nussbaum (1873–1936) als „der“ Frankfurter Impressionist bezeichnet. Doch zeigen diese Arbeiten nur einen Teil des umfangreichen Schaffens eines Mannes, der zu den kulturpolitischen Persönlichkeiten der Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts in Frankfurt zählte. So bot er als Vorsitzender des Frankfurter Künstlerbundes modern orientierten Künstlern Präsentationsflächen. Er leitete ein Meisteratelier an der Städelschule und unterstützte als Mitbegründer der Frankfurter Künstlerhilfe notleidende Kollegen. 

Seine zahlreichen Bildnisse von Personen des öffentlichen Lebens verweisen auf die Zeitgeschichte. Gleichzeitig macht Nussbaums Vita jüdische Historie in Frankfurt sichtbar. Früh reagierte er auf die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten und emigrierte 1933 an den See Genezareth, wo er einen Neuanfang wagte.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kunstgewerbeverein Frankfurt statt. Um Anmeldung wird gebeten unter: info@kgv-frankfurt.de